Die Kontroverse um Marshall

“Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null – und das nennen sie ihren Standpunkt.” Albert Einstein

Trevor Marshall und seine Behandlungsmethode haben viele Anhänger, vorwiegend die Patienten die sein Protokoll gefolgt haben, aber auch viele Kritiker.

Daher bleibt das Thema in der öffentlichen Debatte kontrovers. Ich selbst habe viele Marshall kritische Artikel gelesen (ich denke ich habe sie alle gelesen)

Die Hauptkritikpunkte sind:

  • Marshall ist kein Arzt, sondern studierte ursprünglich Elektroingenieurwesen, kann er sich unmöglich mit Medizin “auskennen”.
  • Es sind wenige Veröffentlichung von ihm in den einschlägigen Fachjournalen
  • Es gibt keine unabhängigen langfristige Studien über den Marshall-Protokoll
  • Nicht alle Patienten hatten Erfolg, einige haben die Behandlung abgebrochen

Die Kontroverse spiegelt sich in den Wikipedia Artikel über ihn (auf Englisch), die immer noch in Status “the neutrality of this Article is being disputed” (die Neutralität dieses Artikels ist immer noch in Diskussion). Es ist auch nicht überraschend, dass einige seinen härtesten Widersacher selbst mit Vitamin D Geschäfte betreiben, typisches Beispiel hier zu ist Dr. Mercola (betreibt selbst ein Vitamin D Shop in Internet).

Hier einige kritische Artikel:

  • Von Dr. Cannel, Direktor des Vitamin D Councils
  • Von William Davis, von “the Heart-scan Blog”, in Prinzip nur die Kopie von Dr. Cannel´s Artikel mit einigen Anmerkungen.

Was bei den Kritiker auffällt ist,  dass sie sich relativ selten inhaltlich zu seiner Theorie äussern und versuchen sie zu widerlegen. Das wäre in Prinzip nur möglich, wenn man exakt die gleichen Berechnungen von Marshall anstellen würde und zu anderen Ergebnise kommen würde. Bisher ist dies jedoch nicht der Fall gewesen, zumindest ist mir nichts bekannt.  Hinzu kommt, dass der endgültige Beweis der L-Form Bakterien als Ursache von Auto-immunerkrankungen fehlt. Dies dürfte in der Tat sehr schwer sein, wenn auch das Auftreten von Herxheimer-Reaktionen diese Ursache vermuten lassen (woher kommt sonst eine Herxheimer-Reaktion ohne Bakterien?)

Wobei hier Kritiker oft vergessen, dass L-Form Bakterien bereits nachgewiesen wurden  (siehe kapitel in diesem Blog darüber), bei der Arthritis Rheumatoides sei hier auf das hervorragende Werk von dem US Forscher McPherson Brown verwiesen.

Auch ein Punkt was für Missverständnisen sorgt ist das Vermeiden von jeglicher externen Vitamin D Quelle bei den Teilnehmer des Marshall Protokolls.

Es ist auch korrekt, dass keine unabhängige Studien zum Marshall-Protokoll gibt, sondern nur die Versuchsgruppe die Marshall selbst betreut. Dies scheint sich langsam aber sicher zu ändern, denn es ist eine Kooperation mit einem Chinesischen Krankenhaus im entstehen. In China scheint die Marshall-Methode auf sehr grosses Interesse gestossen zu sein.

Marshall führt ein Dr. Titel der Western Australia University. Seine Dissertation beschäftigte sich mit der Modellierung des Glucose/Insulin Stoffwechsel. Er arbeitet also seit fast 30 Jahren in Bereich der Microbiologie mit Schwerpunkt auf Gentranskription. Er ist also ein Molekularbiologe und kein Arzt.

Seit 2007 ist Dr. Marshall Hilfprofessor (Adjunt Professor) für Biologie und Biotechnologie  in der Murdoch University von Westaustralia.

Er leitet die Autoimmunity Research Foundation, eine non-Profit private Organisation die sich intensiv mit der Erforschung von Autoimmun-Erkrankungen und ihre Behandlung beschäftigt. Darunter befinden sich auch Biologen (wie Paul Albert, Ami Proal) sowie Ärzte (Dr. Georg Blaney)

Das Marshall-Protokoll ist in Prinzip auch die Weiterentwicklung des “Roadback Protokoll” von McPherson Brown, ein US-Arzt was mehr als 100 Veröffentlichungen zum Thema Arthritis Rheumatoides und ihre Behandlung mit Antibiotika schrieb.

Das Wissen über seine Behandlungsmethoden ist frei in Internet verfügbar, es wird keinerlei Geschäft damit betrieben. Er stellt sich auch in seinem Forum für Fragen zu Verfügung, die sich aber aber hauptsächlich auf Hilfe und Verständnis des Protokolls beziehen und weniger der reinen Polemik.

Marshall verkauft keine Medikamente oder sonstige Nahrungsergänzungsmittel, seine Vorträge in internationalen Tagungen sind in Vimeo frei verfügbar. Sein Protokoll ist patentiert, wohl um zu vermeiden, dass windige Geschäftsmacher eventuell Geld damit verdienen.

Die Liste von Trevor Marshall Veröffentlichungen kann in seiner Website angesehen werden.

Proal AD, Albert PJ, Marshall TG. Autoimmunity in the Era of the Metagenome. Autoimmunity Reviews, in press.
http://dx.doi.org/10.1016/j.autrev.2009.02.016

Full Text ist verfügbar in:
http://AutoimmunityResearch.org/transcripts/AR-Proal-Metagenome.pdf

sowie

Albert PJ, Proal AD, Marshall TG. Vitamin D: The alternative hypothesis. Autoimmunity Reviews, in press.
http://dx.doi.org/10.1016/j.autrev.2009.02.011

Der Fulltext dazu:
http://AutoimmunityResearch.org/transcripts/AR-Albert-VitD.pdf

Mittlerweile hat Focus Gesundheit ebenfalls von der neuesten Marshall Veröffentlichung in Autoimmunity Reviews berichtet (April 2009)

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